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Keine Duldung von Verschweigen, Vertuschen und Verharmlosen

Dr. Karlies Abmeier (Foto: Walter Wetzler)

Im Zuge der Veröffentlichung des Gutachtens „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich des Erzbistums Berlin seit 1946“ und die Einberufung einer „Gutachten-Kommission“ durch das Erzbistum Berlin erklärt Dr. Karlies Abmeier, Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin:

Es ist gut, dass das Gutachten jetzt veröffentlicht ist und der Erzbischof Konsequenzen zugesagt hat. Für den Diözesanrat geht es bei der Aufarbeitung um Gerechtigkeit für die Betroffenen und den Schutz von Kindern und Jugendlichen heute und in Zukunft. Obwohl wir nicht an der Beauftragung des Gutachtens beteiligt waren, haben wir uns zu einer Mitarbeit in der Gutachten-Kommission entschieden, um immer wieder zu kontrollieren und anzumahnen, dass tatsächlich Konsequenzen aus den alarmierenden Erkenntnissen gezogen werden. Mir ist wichtig, dass nicht verschwiegen, vertuscht oder verharmlost wird. Ich teile die Erwartung vieler Menschen, dass Verantwortliche für Verstöße gegen weltliches und kirchliches Recht und die Präventionsordnung genannt werden und entsprechende personelle Konsequenzen folgen.

Unabhängig von dem gerade veröffentlichten Gutachten und der Einrichtung der Gutachten-Kommission gilt es auch für das Erzbistum Berlin die überdiözesane unabhängige Aufarbeitungskommission und einen Betroffenenbeirat zügig auf den Weg zu bringen, wie dies zwischen dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und der Deutschen Bischofskonferenz vereinbart worden ist. Unabhängige transparente Aufarbeitung, bei der Betroffene partizipieren, ist eine dauerhafte Aufgabe, die keinen Aufschub duldet.

Wesentlich ist die Sensibilisierung aller Gläubigen für das Thema sexualisierte Gewalt und die vielfältigen Möglichkeiten, die Bereiche Aufarbeitung, Intervention und Prävention voranzutreiben. Damit Kirche ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche wird und die Botschaft des Evangeliums lebendig bleibt, bedarf es intensiven Engagements.