Beschluss

Einrichtung eines Referats für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog

Beschluss

des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin vom 10. November 2018

Einrichtung eines Referats für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog

Der Diözesanrat Berlin fordert vom Erzbistum Berlin die Einrichtung eines Referats für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog. Dieses Referat soll auch den Bereich Weltkirche umfassen.

Begründung:

Die Kirche im Erzbistum Berlin und damit ihre Pastoral ist in einem pluralen Kontext verortet, die Begegnung mit anderen Religionen und Kulturen gehört für ihre Gläubigen zum Alltag. Die Themen und Fragen der Weltkirche begegnen verdichtet auch durch die große Präsenz von Christinnen und Christen aus anderen Herkunftsländern. Die diesbezüglich bestehenden Chancen und Herausforderungen der Gläubigen müssen durch Bildungsangebote, Dialogveranstaltungen, Projekte und Begegnungen begleitet werden. Es gilt darüber hinaus, die interreligiösen, interkulturellen und globalen Themen und Problemstellungen im Erzbistum Berlin konzeptionell weiter zu entwickeln.

Fast alle Bistümer in Deutschland haben längst auf die Herausforderung religiöser Pluralität durch die Einrichtung eines Referats für Interreligiösen Dialog reagiert. In der Bundeshauptstadt Berlin bedarf zum einen die Pflege der jüdisch-christlichen Beziehungen einer strukturellen Verankerung innerhalb der Aufgaben der Kirche. Zum andern ist die Begegnung mit dem Islam in vielerlei Hinsicht zu gestalten.

Auch die Frage der Weltkirche bedarf einer stärkeren institutionellen Verankerung. Das bestehende Internationale Pastorale Zentrum sowie die hohe Anzahl der so genannten muttersprachlichen Gemeinden indizieren, dass die interkulturelle Vielgestalt innerhalb der katholischen Christenheit neuer pastoraler Integrationsprozesse bedarf, die professionell begleitet werden müssen. Die Würdigung der muttersprachlichen Gemeinden, die der erzbischöflichen Richtlinie vorangestellt ist, weist in diese Richtung. Ihre Umsetzung bedarf einer personalen Verankerung der damit verbundenen Aufgaben.

Die Verankerung der weltkirchlichen, globalen Fragen im Erzbistum Berlin bedarf gleichermaßen einer neuen Zentrierung und Koordination. Die Arbeit der überdiözesanen kirchlichen Werke  und der lokalen Eine-Welt-Initiativen bedarf einer bildungspolitischen und pastoralen Vermittlung und Flankierung seitens der Diözese. Die Kirche im Erzbistum Berlin verfehlt ihren Auftrag, wenn sie in Fragen absoluter Armut, sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz, Menschenrechte und Frieden in weltweiten Zusammenhängen nicht agiert und sich entsprechend profiliert.