Handlungsoptionen für Schöpfungsverantwortung

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

der Diözesanrat lädt Sie herzlich ein zur Veranstaltung Handlungsoptionen für Schöpfungsverantwortung, am Sonntag, 25. November 2018 um 19 Uhr in die Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin.

 

Es diskutieren:

  • Pablo Solón, ehemaliger UN-Botschafter von Bolivien
  • Ellen Ueberschär, Evangelische Theologin und Vorstand der Böll-Stiftung
  • Oliver Putz, katholischer Theologe und Biologe, affiliate Scholar am IASS, Potsdam

 
Die Veranstaltung findet im Rahmen des ökumenischen Klimapilgerwegs „Geht doch!“ statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Auf Einladung von MISEREOR ist Pablo Solón, ehemaliger UN-Botschafter von Bolivien, im November im deutschsprachigen Europa unterwegs, um sein Buch „Systemwandel“ (Mandelbaumverlag) vorzustellen. Er gehört zu denen, die in Bolivien eine Transformation auf den Weg gebracht haben, die sich an dem jahrhundertealten indigenen Verständnis von „Vivir bien“ orientiert hat. Im Jahr 2009 wurde es sogar in die neue Verfassung aufgenommen.

Als erkennbar wurde, dass zwar wirtschaftliches Wachstum durch Verstaatlichung der Gasindustrie möglich war, aber der Natur- und Umweltschutz bei der Nutzung von Naturressourcen nicht (mehr) beachtet wurde und sich immer mehr zentrale Gewalt in La Paz konzentrierte, statt eine Demokratisierung der Gesellschaft mit breiter Teilhabe anzustreben, wurde Pablo Solón zum Aktivisten.

Ein Prinzip, das Leben als eine Ganzheit durch behutsamen Umgang mit den Ressourcen der Erde und im Ausgleich vieler Pole sieht, lässt sich nicht in einem Land alleine verwirklichen, wenn die wirtschaftlichen Strukturen dieses Land in Zwänge verwickeln. Solón schreibt deshalb, dass „die lokale Transformation, um zu gedeihen, in Prozesse der Transformation auf nationaler und globaler Ebene einbezogen sein muss.“ Er argumentiert ebenfalls, dass es „nicht möglich [ist], eine echte globale Veränderung zu schaffen, wenn es nicht auch eine Veränderung auf persönlicher, familiärer und gemeinschaftlicher Ebene gibt.“

In ähnlicher Weise argumentiert Papst Franziskus, dass „eine interdependente Welt nicht bedeutet einzig und allein, zu verstehen, dass die schädlichen Konsequenzen von Lebensstil, Produktionsweise und Konsumverhalten alle betreffen, sondern es in erster Linie bedeutet, dafür zu sorgen, dass die Lösungen von einer globalen Perspektive aus vorgeschlagen werden und nicht nur der Verteidigung der Interessen einiger Länder dienen.“(LS164)

Wie sähe der notwendige Wandel aus, bei dem Menschen - gerade auch Christinnen und Christen - mit der geforderten Umkehr hier wie dort ernst machten? Nicht wenige Menschen in den Kirchen treibt die Sorge um, dass die individuellen, gemeinsamen und amtlichen Reaktionen in ihrer Kirche (und parallel in anderen Religionen) auf die globalen Herausforderungen unzureichend sind – weil die Tiefe der Krise nicht ausreichend verstanden wird und die Theologie nicht hinreichend Orientierung bietet.

Im Gespräch mit Pablo Solón, Ellen Ueberschär (Evangelische Theologin und Vorstand der Böll-Stiftung) und Oliver Putz (katholischer Theologe und Biologe, affiliate Scholar am IASS, Potsdam) wollen wir diesen dringenden Fragen nachgehen.

Wenn es dabei gelingt, in Berlin Menschen aus dem kirchlichen Umfeld verschiedener Konfessionen mit Menschen anderer Überzeugungen und Erfahrungen in der politischen und gesellschaftlichen Arbeit ins Gespräch zu bringen, wäre das ein ermutigendes Zeichen für das „geht doch“, das Klimapilger 1.700 km von Bonn nach Berlin gebracht hat (www.klimapilgern.de).

Seien Sie herzlich willkommen.

Termin
25.11.2018, 19:00
Veranstaltungsort

Katholische Akademie
Hannoversche Straße 5 10115 Berlin
www.katholische-akademie-berlin.de

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