Schöpfungsverantwortung wahrnehmen

Im Gespräch: Wolfgang Plehn zur Einrichtung eines Klimaschutzfonds im Erzbistum Berlin

Zum Beschluss des Synodalpastoralrats

 

  • Von wem kam die Initiative zur Einrichtung eines Klimaschutzfonds und warum?

Am 7. Mai 2022 hat die Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin ein Papier beschlossen mit dem Titel „Erhaltenswerte Immobilien zukunftstauglich machen – Eckpunkte für ein Klimaschutzkonzept im Erzbistum Berlin“. In diesem Eckpunktepapier war der Klimaschutzfonds eine zentrale Forderung. Bereits ein Jahr zuvor hat die Vollversammlung ein Konzept gefordert, mit dem gesichert wird, bis spätestens 2040 in den Verantwortungsbereichen des Bistums die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Nach intensiver Debatte im Sachausschuss Laudato si‘ und inspiriert durch das Klimagesetz der EKBO war deutlich, dass es eines Signals bedarf, damit möglichst viele mit dem ersten Schritt beginnen. Der Klimaschutzfonds ist ein solches Signal.

  • Was haben die Pfarreien konkret vom Klimaschutzfonds?

Die Pfarreien können für fünf Maßnahmen Mittel aus dem Klimaschutzfonds beantragen: Beheizbare Sitzbankauflagen für Kirchenbänke oder beheizbare Sitzkissen für Stühle, Wallboxen oder Ladesäulen, Ladestationen für Fahrräder oder Fahrradboxen mit Ladefunktion, extra Zuschuss für Boni-Bus mit Elektroantrieb und Energieberatung zur Vorbereitung einer energetischen Gebäudesanierung. Die Förderhöhe für die Maßnahmen ist unterschiedlich, beträgt meist 80 bis 100 %.

  • Ist das Heizungsthema wirklich relevant für die die Bewahrung der Schöpfung?

Viele Pfarreien beziehen bereits grünen Strom. Bei der Heizung ist Erdgas heute noch meist Standard. Daher stammen etwa 80 % der Kohlendioxidemissionen aus der Heizung der Gebäude. In den letzten sechzig Jahren wurden in vielen Kirchen Warmluftheizungen eingebaut. Diese Heizungen erwärmen die Luft zuerst unter dem Dach. Ehe Wärme bei den Gottesdienstbesuchern ankommt, muss viel teures und klimaschädliches Erdgas verbrannt werden. Eine einfache und effektive Alternative sind beheizbare Sitzkissen, die Wärme dort abgeben wo sie gebraucht wird. Wenn in den meisten Kirchen statt mit Erdgas Wärme mit beheizbaren Sitzkissen bereitgestellt wird, kommen wir als Christinnen und Christen dem in den Klimaschutzzielen 2040 vereinbarten Ziel, die Kohlendioxidemissionen bis Ende 2030 um 50 % zu reduzieren, schon sehr nahe.

Dr. Wolfgang Plehn ist Vorsitzender des Sachausschusses Laudato si´ des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin.

Dr. Wolfgang Plehn